Ist das noch … bloggen?

Ist das noch bloggen?

Schreibblockaden und damit einhergehende Sinnkrisen sind gar nicht so selten, wie man glauben mag. Das Schreiben per se fällt nicht jedem einfach. Manchmal, so scheint es mir, fällt es besonders denen schwer, denen es doch offensichtlich so leicht fällt: Autoren. Schreiberlinge. Texter. Blogger.

Blogger?

Sind Blogger aber wirklich davon betroffen? Wollen Blogger eigentlich echte Schreiber seien?
Die Frage kann ich für mich nicht voll umfänglich beantworten. Das Bloggen kam zu mir aus einer Spaßidee heraus, die eigentlich dem Bier gewidmet war: Die Erlebnisse verewigen. Anfänglich eine Idee, in der Videos eine große Rolle spielten, wurde es dann weder das Bier, noch das Video. Es wurde Bloggen mit Reisen. Schon komisch, wo man hier gelandet ist. Wo ich hier gelandet bin.

Quo vadis, RDZ?

Heute habe ich 90 Beiträge gelöscht. Viele mit wenig Mehrwert, einige enthielten aber tatsächlich einige Stunden Arbeit. Warum, fragt man sich? Es war wie eine Tabula Rasa. Das Bloggen blieb momentan sehr auf der Strecke. In den letzten vier Monaten habe ich nicht mal zehn Beiträge veröffentlicht. Mir fehlte die Lust und der Antrieb. Woher diese fehlende Motivation kam weiß ich auch nicht so genau.

Ich benötigte Zeit darüber nachzudenken. Und nicht selten spielte ich mit dem Gedanken, das Bloggen sein zu lassen. Gänzlich, manchmal, aber auch nur das Thema zu verändern. Sich neu erfinden. Es gibt viele Dinge, über die ich noch gerne schreiben würde. Oder über die ich gerne VLogs produzieren würde – gleichwohl, es fehlt mir der Mut. Außerdem hat keines davon mit Reisen zu tun. Nicht umsonst waren die Themen von Reise Dich Zusammen einst: Reisen, Bier & Pädagogik.

Das mir Zeit fehlt ist meine augenscheinliche Lüge an mich selbst. Zeit ist relativ, und ich besitze sie. Zumindest noch. Der Jobwechsel wird meine Freizeit umstrukturieren und mein Leben doch neuen Wind bringen. Aber die Freizeit zum Bloggen habe ich – wenn ich denn möchte. Doch anscheinend möchte ich gar nicht die Freizeit haben. Dabei habe ich sehr wohl Themen, die ich ansprechen oder niederschreiben möchte.

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Für wen?

Nur: Für wen schreibe ich sie denn? Besucherzahlen sind der bloggertechnische Schwanzvergleich. Es wird damit geprahlt, selten nach Mehrwert hinterfragt. Ich lese von Seitenaufrufen pro Tag, die meine Monatsaufrufe um Längen schlagen. Mit Längen meine ich: Ein drei- bis vier- bis zehnfaches.
Klar, in den letzten Monaten habe ich wenig Aufwand betrieben, dies zu ändern. Ich verlor ein wenig den Bezug zu den Zahlen, was gar nicht so schlimm war. Es gab Zeiten, da habe ich mehrmals am Tag meine Statistiken gecheckt und wenn die Zahl nicht – für mich – stimmte, dann wurde noch fleißig und krampfhaft in Gruppen und auf Seiten geteilt. Es wurde zu einem Zwang, der mich nervös machte.

Das ist jetzt weg. Ich sehe es entspannter. 20 Besucher waren heute da? Och, schön!, denke ich mir. Am Tag zuvor waren es 35? Wundervoll.

Doch bei diesen Zahlen im Vergleich klopft es an meine innere Schädeldecke: Damit bist du zufrieden? Schau mal hier, in dieser Gruppe …

Für wen schreibe ich also dann? Für nur ein paar Leser, die sich verirren? Oder gibt es sie, die Stammleser? Ist es denn überhaupt noch Bloggen, wenn man nur ab und zu was schreibt. Hier und dort. Über dies und dann mal jenes.

Bringt das überhaupt etwas?

Zukunftsplanung

Wenn ich also in die Zukunft schauen möchte, was Reise Dich Zusammen betrifft, dann: Weiß ich es nicht. Warum auch? Bloggen, das ist am Ende nur ein Hobby. Von all dem Erfolgsdruck und den Erschaffungen muss man sich auch mal lösen. Irgendwann. Mit dem Überlesen der Statistiken habe ich zumindest schon ein wenig begonnen.

Glaube ich.

Die Umstrukturierung ist dann aber auch eine Chance für den Blog. Vielleicht die letzte. Vielleicht, möglicherweise, sagt er dann auch mal irgendwann lebewohl.

Ob das schlimm ist?

Ich denke nicht. Denn ich habe nicht das Gefühl, meine Erinnerungen damit verschwendet zu haben.

 

Cheers,

F.

 

6 thoughts on “Ist das noch … bloggen?

  • Wie wahr, wie wahr. So geht es mir momentan auch. Klar möchte man, dass es dort draußen Menschen gibt, die sich für das Geschriebene interessieren. Auf Krampf in Gruppen teilen, noch 3 Social Channels nutzen…. Nein Danke. Ja ich schaue mir meine Statistik an und freue mich wenn sich jemand auf meine Seite verirrt hast (auch wenn es nur mal 10 am Tag sind). Ich schreibe wenn ich Lust dazu habe. Es ist ein Hobby und wenn ich mal zwei Wochen nicht schreibe ist das auch okay. Wenn Du Lust hast über was anderes zu schreiben, mach es doch einfach! Heisst doch nicht du musst alles andere löschen. Mach ne neue Kategorie auf, warum denn auch nicht?
    Ich bin gespannt wie es auf deiner Seite weitergeht. Denk dran, Spaß muss es machen 😉 beste Grüße, Mandy

  • Du hast mich mal geteilt, kurz nachdem ich mit dem Bloggen angefangen hatte. Wenn ich mal keine Idee habe, greife ich auf Gastbeiträge zurück. Oder Du schreibst mal zu einem ganz anderen Thema, welches Dich beschäftigt, und für das Du Leidenschaft empfindest.

  • Nun ja, in der Regel schreibt man ja für sich. Man möcte den Leuten seine eigenen Gedanken mitteilen. Vielleicht die Meinung der anderen dazu hören. Und dann hast du natürlich noch deine Zielgruppe, die du mit deinen Artikeln erreichen möchtest. Man muss halt ausprobieren, was gut ankommt und was weniger gut und sich vielleicht danach richten.

    Aber ich kenne das, es gibt halt Zeiten, wo man weniger gute Ideen für einen neuen Blogartikel hat. In letzter Zeit greife ich da auch auf Gastbeiträge zurück. Oder nehme an Bloggerparaden teil. Lese mir ähnliche Blogs durch um mich inspirieren zu lassen. Es gibt halt nicht so viele Blogs, die über die Liebe schreiben, habe ich das Gefühl. Und da fällt es halt schwieriger gute Artikel zu schreiben und Themen zu finden. Wiederholen möchte man sich ja auch nicht.

    Aber für mich ist das Hobby auch eher ein Hobby, auch wenn ich versuche es professioneller zu gestalten. 🙂

    Ich wünsche Dir weiterhin noch viel Erfolg.

  • Alles hat seine Zeit mein Schatz. Das Leben verändert sich. Der Fokus legt sich neu. So wie bei dir gerade. Das ist das, was das Leben ausmacht. Du hast schon als Kind geschrieben und du wirst es weiter tun. Wenn es wieder Zeit dafür ist und dein Inneres es dir sagt. Dein Leben bringt gerade große Veränderungen. Vielleicht schreibst sogar einmal darüber. Mit Humor und Ironie, weil es vielen auch so geht. Wer weiß. Aber lassen wirst du es nie. Es steckt in dir drin. Gib dir die Zeit. Es kommt von ganz allein. Bussi

  • Auch ich habe diese Krise momentan, in meinem Leben hat sich einiges Verändert und mir fehlt schlicht weg die Zeit zum bloggen. Wie du gemerkt hast habe ich es auch nicht geschafft meine versprochenen Gastbeiträge abzuliefern. Ich selbst habe auch mit dem Gedanken gespielt, aber habe mich entschlossen nur noch so zu schreiben wie ich es schaffe. Es hängt doch so viel Zeit und Liebe in den Blogs. Das alles aufgeben will ich nicht. Hab Geduld mit dir selbst und vielleicht findest du einen Weg wie du weiter machen kannst. Ich denke wer einmal gebloggt hat kann das nicht nie mehr so ganz lassen, oder? Liebe Grüße, Christine

  • Alles in allem: Die Entscheidung liegt ganz allein bei Dir.

    Doch vorher: Gib die Seite nicht auf. Du musst nicht jede Woche zwei neue Beiträge liefern, das führt zu einem immensen Druck und höhlt Dich irgendwann aus. Wenn’s Dir danach ist, dann schreib. Wenn Du eine Idee für einen neuen Beitrag hast, dann mache zunächst so etwas wie eine Rohfassung und lass die Idee noch ein wenig warten, reifen, zappeln, bis Du es ans Licht lässt.

    Zwar habe ich nicht alle Beiträge von Dir/Euch gelesen, aber ich entdecke in Deinen Berichten auch ein paar Überschneidungen zu meinen Erkundungen. Was habe ich mich gefreut, als ich den Beitrag zum Weltenburger Kloster gelesen habe. Ich war ja selbst dort und mein Papa wurde beinahe böse auf mich, weil mir das Dunkelbier so gut geschmeckt hat und ich am liebsten das ganze Krügerl trinken wollte. (Man soll bedenken, dass die Sori anno 2001 so gut wie nie Bier getrunken hat.)

    Alles in allem: Die Entscheidung liegt ganz allein bei Dir.
    (Aber es wäre ziemlich schade, wenn Du Dein Projekt aufgeben würdest.)

    Alles Gute aus dem Nachbarbezirk!

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