Stadtwanderweg: #2 Hermannskogel

Stadtwanderweg zum Hermannskogel

Endlich wieder ein Stadtwanderweg!? Okay okay okay. Wandern wird zwar langsam zu meiner Leidenschaft, dank meiner Frau, allerdings waren die ersten Kilometer diesmal wirklich…sauanstrengend. Ja, diese harten Worte für diesen Wanderweg. Warum? Das erzähl ich euch gleich, aber fangen wir von vorne an…

Meine liebe Mimi hat eine Liste geschrieben, in welcher Reihenfolge wir die Stadtwanderwege abgehen werden. Dabei hat sie darauf geachtet, sie nach angegebener Schwierigkeit (Distanz / angedachte Zeit) zu sortieren. Nachdem wir mit dem leichtesten anfingen, dem Stadtwanderweg #4, sollte nun die Nummer 2 folgen.

Tatsächlich sind die Stadtwanderwege durch die Stadt nicht wirklich gut geordnet, beziehungsweise ist ihr System schwer nachvollziehbar. Für erfahrene Wanderer sind sie sicher sowieso kein Problem, aber für den Menschen, für den ich denke diese Stadtwanderwege gedacht sind, also dem Hobbywanderer, ist die Ordnung unsinnig.

Gut, Stadtwanderweg 4 auf die Jubiläumswarte war tatsächlich sehr einfach, sehr entspannt und – was natürlich wichtig ist – sehr schön. Perfekt zum Anfixen. Doch meine Übermotivation knickte mir dann halt auch die Stimmung. Dazu gleich.

Zuerst einmal geht es mit dem Bus bis zur Endstation Sievering. Mit dabei ist natürlich wieder unser Terrier, der am Ende wohl eh immer am meisten Spaß hat. Direkt an der Endstation geht auch schon der Wanderweg los und offenbart bereits zu Beginn seine grässliche Anfangs-Fratze: Es geht bergauf. Also so richtig bergauf. Mit Keuchen und Schwitzen und allem drum und dran. Stundenlang!

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Der Start ist schon idyllisch. Aber die Fassade trügt!

Starke Steigung auf dem Stadtwanderweg voraus!

Naja, beinahe Stundenlang. Immerhin sind beinahe die ersten zwei Kilometer des Stadtwanderwegs nur bergauf. Die ersten Meter noch auf der Straße, dann biegt man in einen kleinen Feldweg, der dann in den Wald führt. Und hier ist quasi die Wanderhölle schlechthin. Also für mich als Wanderlaien. Jeder Schritt aufwärts ist eine Anstrengung und es scheint kein Ende zu nehmen. Kaum denkt man, man hat es geschafft, stellt sich die nächste Erhöhung in den Weg.

Im Durchschnitt brauchen wir 14-15 Minuten für einen Kilometer. Auf der Anfangsstrecke des Wanderwegs #2 haben wir, für den zweiten Kilometer, über eine halbe Stunde gebraucht. So! Steil! War! Das! Nur damit ihr es euch vorstellen könnt.

Hoch hinaufsteigen hat natürlich auch immer einen Vorteil: Man wird am Ende mit einer Aussicht belohnt. Zumindest hofft man das, wenn man unten steht und fluchend den Berg hinauf stapft. So wie ich. Mimi flucht eher weniger. Also gar nicht. Sie ist ein guter Mensch.
Es war zumindest klar: Die erste Station, die wir finden, füllt mich mit einem Bierchen auf. Der erste Haltepunkt ist das Häuserl am Stoan direkt an der beinahe Spitze des Stadtwanderwegs, die wir nach ca einer Stunde erreicht hatten. Das Häuserl am Stoan bietet tatsächlich eine tolle Aussicht über Wien.

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Tolles Wien. Toller Holzzaun.

Breakfast beim Häuserl am Stoan

Hier gönnten wir uns ein Radler und ein Bierchen und dazu ein leckeres Ham&Eggs Frühstück, das die hier offensichtlich wörtlich nehmen. Wir bekamen Speck. Und Spiegeleier. Lecker wars trotzdem.

Tierisches Erlebnis nebenbei: Unser Hund hat sich mehr oder minder mit den örtlichen Kölzern angefreundet. Der kleine Weiße war das, was man von kleinen weißen kennt: Ein nerviges Arschloch. Der große braune allerdings war schon etwas gediegener und wohl nicht so in Spiellaune. Als wir nämlich nicht hinschauten, hatte Basti die grandiose Idee ihn zum Spielen zu animieren. Da unser Hund in dieser Sache eher ein empathieloser Grobmotoriker ist, musste er das Anspringen des alten Rüden mit einem Loch im Ohr bezahlen. Blutüberströmt und quieckend kam er angelaufen. Endlich hatten wir unseren Kampfhund! Zumindest optisch.

Alles aber halb so wild, der erste Schreck war vorbei und er war wieder quick lebendig. Also ging es – nach dem Zahlen – weiter. Tja und dann atmet man schon tief durch, weil man so viele Meter Höhe gemacht hat und dann…kommt nochmals Steigung. Alle so: Yeah.

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Hund hat Spaß. Model werd ich wohl auch nicht mehr.

Der Stadtwanderweg windete sich weiter und weiter den Berg hinauf, bis wir doch irgendwann den Höhepunkt erreichten: Die Habsburgwarte. Leider unspektakulärer als die Jubiläumswarte, aber doch ein netter Fixpunkt auf der beschwerlichen Reise nach oben. Immerhin wussten wir nun auch: Es kann nur noch runter gehen.

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Habsburgwarte. Übrigens mit beschissenen Öffnungszeiten.

Endlich bergab!

Weiter ging es also nun mit Etappen wieder hinunter. Der Stadtwanderweg ab hier war wesentlich angenehmer zu gehen und entspannte auch meine müden, fetten Stampfer wieder. Wir stiegen hinab bis zum Agnesbrünnl, die ungefähre Mitte des 10km Wanderweges und holten uns unseren Stempel.
Hier kann man, wenn man nicht wie wir schon im Häuserl am Stoan ein Pauserl eingelegt hat, ruhig eine Weile verbringen. Es gibt genug Wiese zum Faulenzen, einen kleinen Spielplatz, Infotaferln, ein uriges Restaurant – für jeden als was dabei.

Aber hier geht es dann auf dem Stadtwanderweg durch den Wald Richtung Cobenzl. Die Strecke kannten wir schon, da wir sie mal beim Spazieren mit dem Hund gegangen waren. Sie führt durch den Wald bis zur Höhenstraße, an der man dann Richtung Himmel abbiegt.Vorher machten wir noch einen Abstecher am Baumkreis. Hier stehen verschiedene Baumarten im… naja, Kreis. Kurze Entspannungspause.

Weiter gehts zum Himmel. „Am Himmel“ ist ein Caritas Wohnheim für Menschen mit Behinderung und weiteren Institutionen. Man erreicht also nicht direkt den Cobenzl, könnte aber ohne Probleme die letzten Meter dorthin gehen. Hier gäbe es dann Heurige, ein Cafe und einen Streichelzoo für Kinder.

„Am Himmel“ fanden wir dann einen kleinen Selbstbedienungs-Verkaufswagen, in dem selbst hergestellte Produkte der Caritas verkauft wurden, unter anderem Marmeladen, Ketchup und Gewürze. Das Geld hat man einfach in eine Kassa geschmissen – blöd, wenn man nichts Genaues mit hatte. Mimi nahm sich trotzdem zwei kleine Gläster Marmelade mit für 5 Euro. Fairer Preis für einen guten Zweck.

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Völlig vom Text unabhängiges Bild. Hier Hund mit Spaß. Und Wiese.

Zielgerade

Die letzten Meter des Stadtwanderwegs ging es dann schon wieder städtischer bergab. Vorbei an einem kleinen Bach fanden wir uns dann genau da wieder, wo wir angefangen hatten: An der Endstation des Busses in Sievering. Wer jetzt noch Lust auf ein Bier oder etwas Stärkung hatte, könnte in einige der vielen Heurigen gehen. Wir allerdings machten uns auf den Heimweg und waren uns bewusst: Heute hatten wir einiges geschafft.

Und ich war mir klar: Wandern ist doch nicht immer so ganz easy, wie es der erste Stadtwanderweg aussehen lassen hat. Trotzdem war ich froh, unterwegs gewesen zu sein und dann auch froh, endlich aufm Sofa zu liegen.

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Hier die Karte. Rote Bereiche waren besonders steil.

 

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6 thoughts on “Stadtwanderweg: #2 Hermannskogel

  • Jö, der Hermannskogel. Der höchste „Berg“ Wiens. Lang ist’s her, wie ich mit dem Rother-Wanderführer „Wien und Umgebung“ die umgekehrte Strecke des STWW # 2 gegangen bin. Auch wenn ich das Gehen gewohnt bin, musste ich mit dem Gspöttgraben kämpfen. Aber nachher war alles leicht für mich 😉 Das ist das Schöne: Wenn man einen scheinbar unbezwingbaren Aufstieg meistert, strömen nachher nur noch die Endorphine aus 🙂
    Schade, dass die Habsburgswarte nicht geöffnet war. Ich hatte einmal das Glück, oben zu sein. Die Aussicht ist klass‘ – aber da fällt mir die Stefaniewarte bei STWW # 1 ein. Sie sollte mittlerweile an den Wochenenden geöffnet haben – aber lass Dich nicht vom Nasenweg abschrecken!

    Der Weg ist das Ziel!

    • Liebe Sori,

      Schön, dass auch du wieder reingelesen hast! 🙂
      Ja, wir hatten das Glück, dass wir den Weg erst zum Häuserl am Stoan gegangen sind. Damit geht man den Gspöttgraben runter und spart sich so eine ähnlich schwere Steigung wie auf der anderen Seite. Aber im Endeffekt gehört das Steigen wohl dazu. Sagt meine Frau. Und die muss es wissen!

      Ja, war schade. Damit war es halt nur ein Punkt am Weg, allerdings ohne Zeitvertreib. Die Stefaniewarte merke ich mir gleich – #1 ist auch noch auf unserer List! 🙂

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