Stadtwanderweg: #3 Hameau

Stadtwanderwege – Was war das gleich nochmal?

Über 10 Wochen hat es gedauert, bis dass wir wieder einen Stadtwanderweg gehen konnten. Zuerst waren wir auf unserer Rundreise durch Nordeuropa, dann haben wir zwei Wochen daheim entspannt und gearbeitet und dann waren wir jeweils eine Woche in Kroatien und Italien.

Erinnern wir uns noch einmal kurz, was diese Stadtwanderwege überhaupt waren. In und um Wien gibt es kurze, bis zu 15km lange Wege zum gemeinsamen Wandern die immer am Stadtrand losgehen, über Berge bis zu einem Höhepunkt führen und am Ende beim Ausgangspunkt enden. Insgesamt gibt es 11 Stück davon, die über ganz Wien verteilt sind. Einer führt durch den Prater, einer über den Kahlenberg, einer zur Sophienalpe und so weiter.

Wir haben bereits von drei Stadtwanderwegen, die wir gegangen sind, berichtet: Den ersten, Stadtwanderweg #4, zur Jubiläumswarte. Das war mein erster Wanderweg überhaupt. Danach ging es über den Stadtwanderweg #2 auf den Hermannskogel. Hier fanden wir einen schweren Aufstieg vor, der dann mit blutenden Hundeohren belohnt wurde. Der letzte, den wir gegangen sind, immerhin schon zwei Monate her, war Stadtwanderweg #5 auf den Bisamberg. Der war eher enttäuschend, weil es ein besserer Spaziergang anstatt eines richtigen Aufstiegs war.

Alles in Allem hatten wir also schon sehr positive Erfahrungen mit den Stadtwanderwegen gemacht, wie auch eher gemäßigte. Da wir aber vorhaben, alle Wege zu gehen um die goldene Stecknadel der Stadt Wien zu erhalten, musste irgendwann der nächste folgen.

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Rauf zur Hameau

Alle, gut das ist relativ. Immerhin lassen wir #4a aus. Der beginnt in Ottakring und überschneidet sich dermaßen oft und viel mit #4, dass wir gesagt haben dass das uns die Zeit nicht wert ist. Der nächste in der Reihe ist dann eben der Stadtwanderweg #3 zur Hameau. Die Hameau. Das Hameau. Der Hameau. Irgendwie sowas. Immerhin hatten wir nicht wirklich einen Plan, was das genau ist – und waren nach dem Wanderweg nicht wirklich schlauer. Also, wenig schlauer. Aber er hatte noch so einige andere, enttäuschendere Phasen. Aber dazu gleich mehr.

Der Weg beginnt an der Tram 43 Endstation Neuwaldegg und führt dann Richtung Neuwaldegger Bad hinauf zur Schwarzenbergallee. Die Schwarzenbergallee hat nichts mit dem Schwarzenbergplatz zu tun und ist auch nicht ansatzweise in der Nähe. Sie führt an der Marswiese vorbei hinaus Richtung Tiefenauwiese. Eben aus der Stadt raus. Hier gönnten wir uns unser erstes Bierchen in dem wunderschönen, lieben ZurAllee. Sieht ein wenig wie ein verschrobenes Waldbeisl aus, ist es doch sehr familiär und freundlich. Übrigens überaus hundefreundlich: Sogar Decken und eigens gebackene Hundekekse werden angeboten. Allerdings war das Bierchen eher schal und Radler bieten sie keines an. Schade!
Durch den Schwarzenbergpark, der eher unscheinbar ist, führt der Stadtwanderweg dann über gemäßigte Schotterwege mit angenehmer Steigung bis zu der-die-das Hameau hinauf. Da kommt man mehr oder weniger plötzlich an. Einfach so. Zack, Häuschen und paar Bänke, und man ist da. Es fehlt ein wenig das Wuuuussschhh Hallo Bäm – Gefühl. Die Aussicht war nicht vorhanden, trotz dessen sie angekündigt wurde und auch sonst war am Stadtwanderweg „Hameau“-Punkt wenig zu entdecken. Das Hameau war ein Lustdörfchen der Adeligen. Soviel haben wir herausbekommen, ohne zu googeln. Das einzige Hütchen das noch da steht, ist eher ein verkommenes Jausenhaus. Der Schwarzenbergpark, durch den wir regelmäßig mit unserem Hund gehen und auch auf diesem Stadtwanderweg hindurch gegangen sind, gehört ebenso zur Hameau Anlage. Ich empfehle den Wikipedia Artikel, denn selbst raufwandern ist eher eine fadere Geschichte.

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Da das Hameau (Das Hameau-Dorf, also einigen wir uns auf „das“) der höchste Punkt Neuwaldeggs ist, auf ca. 450m, geht es dann nur noch bergab. So richtig das Gefühl, einen Berg erklommen zu haben, hat man allerdings nicht. Durch Schotter- und Feldwege geht es dann durch den Wald hinab, bis man eigentlich zum Häuserl am Roan kommen sollte. Allerdings…haben wir das verpasst. Offensichtlich liegt es nicht genau am Stadtwanderweg, sondern man müsste, kurz bevor man die Höhenstraße kreuzt, weiter vom Weg ab gehen und käme dann zum Häuserl. Blöd, dass es schlecht ausgeschildert war, denn wir waren eiskalt vorbei gewandert. Erst als wir wieder den Rand Wiens erreichten, wunderten wir uns eigentlich wo das Häuserl ist. Denn blöderweise: Dort gibt es den Stempel für den Wanderpass. Fix ey! Da unser aber zurücklaufen nicht wirklich gepackt hatte – wie gesagt, so spannend ist der Stadtwanderweg #3 nicht – einigten wir uns schnell darauf, dass wir mit dem Auto hinauf fahren würden.

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Man spazierte dann noch an einigen Kleingärten und Einfamilienhäusern vorbei entlang der Höhenstraße. Zwischendurch kommt man an einem Punkt vorbei, an dem drei Straßen in drei verschiedene Bezirke weggehen: 17, 18 und 19. Das ist noch ein netter Punkt zu erwähnen. Aber wenn das schon ein Highlight war…naja?!

Finish

Die letzten Meter führen zum Anfang der Höhenstraße durch den Wald. Auch ein Bereich, den wir schon oft mit dem Hund gegangen sind. Zurück über die Schwarzenbergallee geht es dann zum Ausgangspunkt bei der Endstation Neuwaldegg der Tram 43. Tja, und da steht man nun und auch hier musste Mimi dann anerkennen: So wirklich schön war der Weg nun nicht.

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Fassen wir zusammen:
Es gab leider nicht wirklich viel entlang des Weges zu entdecken. Oder eher: Der Weg führt nicht an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei. Aus Erfahrung wissen wir allerdings, dass wenn man den Stadtwanderweg verlassen würde, hier und da, könnte man schon Kleinigkeiten wie ein Mausoleum aufspüren. Aber, wie gesagt, nur wenn man ihn verlässt, was dann doch irgendwie nicht ganz Sinn des Weges sein sollte. Denke ich.
Speise- und Trinktechnisch empfiehlt sich das Beisl ZurAllee. Das ist allerdings direkt am Anfang und nach 15 Minuten Wandern erreicht. Ob man hier gleich seine erste Pause machen will? Lohnt sich auf alle Fälle, immerhin kommt sonst nichts mehr und wir sind sicher nicht die Einzigen, die am Häuserl am Roan vorbeigelaufen sind.
Der Höhepunkt des Wanderweges ist enttäuschend. Mehr will ich da gar nicht dazu schreiben. Außer: enttäuschend. Eeeenttäuschend. Verstanden?
Das Finale, der Rückweg, ist auch eher mau. Wenigstens kann man hier ab und zu einen Blick über die Stadt erhaschen und ein Foto schießen.

Alles in Allem ein leichter Wanderweg, ohne große Highlights, der seinen schönsten Part auf den ersten zwei Kilometern hat. Wer sich traut, auch mal vom getretenen Pfad abzuweichen, kann gut mal etwas entdecken, ansonsten dümpelt er ein wenig vor sich hin und entfaltet sich nie so richtig. Da sind wir schon besseres gewohnt. (

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6 thoughts on “Stadtwanderweg: #3 Hameau

  • Danke für Deinen Eindruck vom STWW # 3. In einem älteren Kommentar habe ich zwar erwähnt, dass Nummer 3 zu meinen Lieblingen gehört, aber ich habe nicht gleich vorausschicken wollen, dass ich nur einen Teil des STWW # 3 gern gehe und das ist die Route von der Haltestelle Neuwaldegg bis zum Holländerdörfl. Die Strecke ist ideal, wenn ich Lust habe, in einem etwas flotteren Tempo zu gehen. (Nur nicht joggen!)

    Ich freue mich schon auf die nächsten Einträge und wünsche Euch noch einen schönen Sommer!

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